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Momentanes Herzensbuch

Ich wurde vom LCB gefragt, ob ich ein Herzensbuch empfehlen möchte, was ich in der Rubrik »Leselampe« des Literaturport.de auch getan habe. Herzensbücher zeichnen sich für mich vor allem dadurch aus, dass sie mich in einer bestimmten Zeit, auf einer bestimmten Etappe meiner persönlichen und schriftstellerischen Entwicklung begleitet und diese nicht selten beeinflusst haben. Für die momentane Etappe ist mein Herzensbuch Hautfreundin von Doris Anselm.

Lest auf www.literaturport.de/leselampe/kw11-alexander-graeff warum!

QMS-Aktionen im Rahmen der Leipziger Buchmesse

Queere Geschichten bleiben im Literaturbetrieb und Verlagswesen meist unsichtbar. Das geschieht nicht, weil nicht ausreichend queere Geschichten geschrieben, gezeichnet und erzählt werden würden, sondern weil die strukturelle Durchlässigkeit für queere Ansätze bei den Entscheidungsträger*innen in Agenturen, Verlagen, Literaturhäusern und im Feuilleton bei Weitem noch nicht groß genug ist.

Um auf diese Mißstände zu reagieren, habe ich für die QMS drei Veranstaltungen im Rahmen der Leipziger Buchmesse vom 12. bis 15. März 2020 kuratiert. Eine Podiumsdiskussion zum Thema Queere Literatur wird sonntags auf der Messe in Zusammenarbeit mit der bundesweiten Initiative #verlagegegenrechts stattfinden; am Stand von Radio mephisto 97.6 wird samstags über Queerness in Graphic Novel und Comic diskutiert und als ganz besonderes Format veranstaltete ich bereits am Messedonnerstag eine Lesung in der Guten Quelle im Rahmen von »Leipzig liest«.

Die Aktionen im einzelnen:

12.03.2020, 20 Uhr, Die Gut…

Queerdenker

Anfang Januar führte Erik Heier vom tip Berlin ein umfangreiches Interview mit mir über queere Literatur und politisches Engagement im (konservativen) Literaturbetrieb. Ich sprach insbesondere über meine Aktivitäten in der Queer Media Society, streute ein paar mir wichtige Namen von Aktivist*innen und engagierten Autor*innen ein und kündigte auch die geplanten QMS-Aktionen im Rahmen der diesjährigen Buchmesse in Leipzig an. Das Interview trägt den passenden Titel »Queerdenker«, was mir gut gefällt, denn es hebt auch meinen philosophischen Zugang zu dem Thema hervor.

Die Onlineversion des Interviews ist jetzt auf www.tip-berlin.de/schriftsteller-und-philosoph-alexander-graeff-ueber-queerness-in-der-literatur erschienen.

Kotzen als Kulturtechnik

Anfang des Jahres habe ich mich gefragt, warum ich das »Face Vomiting«-Emoji so oft verwende, um auf Beiträge, Postings u.v.m. zu reagieren. Aus der Frage ist dann nach und nach ein Text geworden, eine Skizze zu einer Kulturtechnik des Kotzens, die – so meine These – vielleicht eine (fäkal-)ästhetische Annäherung an sprachliche und politische Brechmittel unserer Tage sein kann. Das Essay voller bunter Kreisbewegungen ist nun auf Fixpoetry.com erschienen. Kotzen als Kulturtechnik wendet sich spiralförmig auf den Ebenen der Sprache, der Biologie, Medizin, Kunst und Religion gegen die »natürlichen Richtungen« ebenso wie sie auch vice versa, kreuz und quer, gedacht werden kann.

Den vollständigen Essay mit aparter Bebilderung findet ihr auf www.fixpoetry.com/feuilleton/essays/alexander-graeff/kotzen-als-kulturtechnik.

Entlang Scheinwerfern auf blinde Flecken

Nach Lesungen in Leipzig, Berlin, Nürnberg, Ulm, Köln und Brandenburg kann ich endlich auch noch in meinem lieben, kleinen Greifswald aus den Pfirsichsaucen lesen! Und zwar am Freitag, den 29. November 2019 um 20:00 Uhr im Café Küstenkind (Lange Straße 69, 17489 Greifswald). Dann nehme ich meine Zuhörer*innen mit auf eine wilde Fahrt durch die drei Kapitel meines Bandes, niemals sind da unbedarfte Chiffren, versprochen! Vielmehr Haltung, Rhythmus, Körper und Lust.

Weitere Informationen findet ihr auf www.kulturkalender.greifswald.de.

Über das Offene – Ein Talk zum queeren Schreiben

Am Samstag, den 16. November 2019 um 19.30 Uhr spreche ich mit Sofie Lichtenstein, Moira Frank und Rudi Nuss über queeres Schreiben. Der Talk findet im Rahmen des 34. Treffens junger Autor*innen 2019 in den Berliner Festspielen (Schaperstraße 24, 10719 Berlin) statt. Und das ist der Ankündigungstext:

»Was ist queeres Schreiben? Ein Text mit so lesbischen Figuren drin? Erotika mit non-binären Vögeln? Eine feine Schattierung in den Worten, unsichtbar für alle Heteros? Was zeichnet queer-feministisches Schreiben aus? Und was läuft verkehrt in der weitestgehend heteronormativen Literaturlandschaft? Es gibt echt viele Fragen, und wir können potenziell unendlich viele weitere stellen. Und das machen wir auch: ein lockerer Talk über Identitäten, ihre Grenzen und den Möglichkeiten der Literatur als radikal offener Raum. Mit Moira Frank, Alexander Graeff, Sofie Lichtenstein. Moderation: Rudi Nuss.«

Weitere Informationen findet ihr auf www.berlinerfestspiele.de/treffen-junger-autorinnen.

EX-periment mit Pfirsichsaucen

Am Mittwoch, den 6. November 2019 um 20 Uhr lese ich zusammen mit dem Autor, Übersetzer und Literaturveranstalter Jonis Hartmann (Hamburg) in der Lettrétage (Mehringdamm 61, 10961 Berlin). Beide haben wir 2019 einen neuen Gedichtband veröffentlicht: Jonis Hartmann EX (Elif Verlag) und ich Die Reduktion der Pfirsichsaucen im köstlichen Ereignishorizont (Verlagshaus Berlin). Beide scheren wir uns eigentlich nicht um Textgattungen. Beide schätzen wir die Irritation ebenso wie den Humor. Beide schreiben wir surreal – ohne Ismen zu bemühen.

Ein Abend voller Hunde, wilde Fahrten, kluge Schichten, aber niemals unbedarfte Chiffren. Wir tanzen die Sprache und versuchen, dabei das Bewusstsein zu verlieren. Wir sind: zwei Lehrbeauftragte in Sachen poetischer Experimentallogik. Wir lesen, sprechen und EX-perimentieren mit Tieren, Körpern und Sprachen – bis der Gedankenstrom abgeflossen ist.

Weitere Informationen findet ihr auf www.lettretage.de/programm.

Lesung zum Thema queere Geschichte(n)

Immer noch bildet deutschsprachige Literatur vornehmlich eindimensionale, dominante Gesellschaftsstrukturen und Biografien ab. Geschichten, die nicht der allgegenwärtigen heteronormativen Verfugung zugerechnet werden können, bleiben meist unsichtbar oder werden nicht selten zu einer clownesken Exotik stilisiert. Literatur vermag aber nicht nur die deviante(n) Geschichte(n) zu erzählen, sondern kann auch im Sinne von Empowerment alternative und queere Lebensrealitäten eröffnen. 
»Queere Geschichte(n)« lautet das Thema der nächsten »Literatur in Weißensee«-Lesung, die am 14. September 2019 im Rahmen des »Unabhängige Lesereihen»-Festivals (ULF) in Nürnberg stattfinden wird. Mit meinem literarischen Gast Donat Blum spreche ich über Sichtbarkeiten queerer Topoi und Biografien in der Gegenwartsliteratur. Und natürlich lesen wir auch eigene Prosa und Lyrik. Die Lesung beginnt um 12 Uhr in der Galerie des Z-Baus (Frankenstraße 200, 90461 Nürnberg). 

Weitere Informationen findet ihr auf www.ulf-…

Sommerlesungen

Seit nunmehr drei Monaten sind die »Pfirsichsaucen« in der Welt und ein paar köstliche Ereignisse rund um meinen neuen Lyrikband hat es schon gegeben: Zwei charmante Besprechungen auf Blogs (hier & hier), eine Rezension auf Queer.de, eine Erwähnung im TIP Berlin und eine Gedichtinterpretation in der Sommerausgabe des BÜCHERmagazins. Und es gibt in den kommenden Monaten auch wieder Literaturveranstaltungen, bei denen ich aus »Die Reduktion der Pfirsichsaucen im köstlichen Ereignishorizont« lesen werde:

Freitag, 5. Juli 2019, 20:00 Uhr: Trio unterm Pfirsichbaum
Lettrétage (Mehringdamm 61, 10961 Berlin) zusammen mit Sandra Burckhardt und Felix Schiller

Donnerstag, 11. Juli 2019, 19:30 Uhr: Lieder des Utopischen
»Literatur unter Bäumen«-Festival (Auf dem Schwal, 89231 Neu-Ulm) zusammen mit Odile Kennel und Andrea Schmidt

Samstag, 31. August 2019, 20:30 Uhr: Lesereihe Paratexte
Traumathek (Engelbertstrasse 45, 50674 Köln) zusammen mit Anna Pia Jordan-Bertinelli und Adrian Kasnitz

Weit…

Surrealismus in schmackhaften Versen

Nun wurden meine »Pfirsichsaucen« auch im Radio mephisto 97.6 besprochen. Vielen Dank an Carolin Büscher, die findet: »Graeffs Zeilen erzählen von absurden Szenerien, in denen doch immer alltägliche Gegenstände auftauchen. Auch durch die geschilderten Emotionen rückt das lyrische Ich beim Lesen in eine Nähe, die zugleich durch die surrealen Elemente zur Distanz wird. Es entstehen groteske, aber einprägsame Bilder.«

Auch wenn in der Besprechung von »surrealen Elementen« die Rede ist, lautet die Überschrift des Features dann aber »Surrealismus in schmackhaften Versen«. Erneut wurde meine Literatur also als surrealistisch bezeichnet. Schon meine beiden Erzählbände Minkowskis Zitronen und Kebehsenuf wurden in der Vergangenheit so bezeichnet. Warum? Wird in meinem Schreiben ein Ismus deutlich? Oder wird immer noch »surreal« mit »surrealistisch« verwechselt?

Unlängst habe ich das Attribut »surreal«, was als Beschreibung eines rezeptiven Eindrucks meiner Texte ja durchaus zutreffend ist, v…